Vitalpilz Judasohr – phänomenales Kraftwerk für die Gesundheit
Er klammert sich unscheinbar und zusammengeschrumpelt an abgestorbene Holunder,- oder Eschenhölzer, um nach einem kräftigen Regenguss zu seiner wahren Größe zu mutieren. Die kann in Rekordzeit von wenigen Millimetern bis zu zehn Zentimetern betragen. Und dann – siehe da – könnte mancher Wanderer denken, dass aus dem Ast ein menschliches Ohr wächst: Das Judasohr (Auricularia auricula judae, Mu Err) ist ein essbarer Gallertpilz, der das ganze Jahr hindurch zu finden ist. Besonders ins Auge fällt er in Wintermonaten, die feucht und frostfrei sind. An den Stämmen und Ästen der Laubbäume bekommt das Judasohr nur unregelmäßig Wasser. Deshalb hat er eine ungewöhnliche Strategie entwickelt: Bei Trockenheit schrumpft der Pilz zusammen, bei Regen quillt er wieder vollständig auf und sieht dabei aus wie ein dunkelbraunes, samtiges Ohr.
Pilz des Jahres 2017
Der Auricularia auricula-judae verfügt über viele willkommene Eigenschaften für die Gesundheit und wurde 2017 von der Deutschen Gesellschaft für Mykologie zum „Pilz des Jahres 2017“ gewählt. Das Judasohr wirkt entzündungshemmend und stabilisiert das Immunsystem. Auffallend ist, wie sehr und natürlich er die Fließeigenschaften des Blutes verbessert. Er wirkt wie ein allopathischer Blutverdünner, der aber die Kollagenbestandteile der Blutgefäße nicht beeinträchtigt. Diese Eigenschaften schützen auch bei längerer Einnahme vor inneren Blutungen. Der Pilz fördert mit seinen Substanzen die Durchblutung im gesamten Organismus, speziell bei bestehenden Durchblutungsstörungen der Extremitäten und wirkt gegen Hypertonie.
Gesundheit auf dem Speiseplan
Mit viel pflanzlichem Eiweiß, Vitamin B1, Beta-Carotin, Mineralien wie Magnesium, Kalium, Calcium, Eisen, Phosphor und Silizium ist das Judasohr ein Kraftpaket für die Gesundheit. Auricularia macht das Blut fluider und beugt so Herz- Kreislauferkrankungen vor. In Regionen Südostasiens, wo der Pilz praktisch täglich auf dem Speiseplan steht, werden deutlich weniger Fälle von Herzinfarkten, Embolien und Thrombosen registriert als in anderen Gebieten.
Prophylaktisch kann das Judasohr eingesetzt werden:
gegen Arteriosklerose
zur besseren Durchblutung
zur Blutdruckregulation
zur Blutstillung bei Hämorrhoiden, Gebärmutterblutungen und Blutausscheidungen aufgrund von Harnweginfekten
zur Reduzierung der Blutfettwerte
als positiver Einfluss auf die Blutgerinnung
zur Befeuchtung der Schleimhäute
als Vorsorge gegen Herzinfarkt und Schlaganfall
zur Optimierung des Immunsystems
gegen Augen-, Haut- und Schleimhautentzündungen
Wie der Pilz zu seinem Namen kam
Der deutsche Volksname Judasohr beruht auf einer Sage. Demnach wollte sich der Jünger Judas Iskariot, der Jesus mit einem Kuss verriet, aus Gewissensbissen und Reue an einem Holunderbaum erhängen. Als er sprang, brach der Ast und Judas viel so hart, dass er sich dabei ein Ohr an der Rinde des Holunders abriss. Anschließend versuchte es Judas am dicken Ast einer Esche, wobei er auch noch sein anderes Ohr verlor. Das soll der Grund sein, wonach seitdem Judasohren am Holz der Esche und des Holunders wachsen.
